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Mittwoch, 9. Dezember 2009, 20:26

Die meisten Firmenpleiten sind im Saalekreis

Saalekreis mit den meisten Firmenpleiten
Krise macht vor allem Logistik- und Baubranche zu schaffen
VON GERT GLOWINSKI, 08.12.09, 19:28h, aktualisiert 08.12.09, 21:26h

MERSEBURG/MZ. Im Saalekreis hat es im ersten Halbjahr 2009 die meisten Firmenpleiten gegeben. Das belegen die Zahlen des Landesamtes für Statistik. Der Kreis schnitt demnach im landesweiten Vergleich am schlechtesten ab: Mehr als 40 Unternehmen mussten von Januar bis Juni Insolvenz anmelden. Zum Vergleich: Im Kreis Anhalt-Bitterfeld der auf dem vorletzten Platz der Insolvenzstatistik rangiert, waren es 33 betroffenen Firmen.

Besonders hart hat es den Einzelhandel, Kfz-Meisterbetriebe oder die Bau- und Logistikbranche erwischt. "Dass es im Saalekreis so viele Firmenpleiten gibt, liegt zunächst daran, dass hier auch besonders viele Unternehmen ansässig sind", sagt Danny Bieräugel von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Der Saalekreis sei das industrielle Zentrum des Landes, viele Betriebe sind abhängig beispielsweise von Chemieunternehmen. "Viele große Firmen an den Standorten Leuna oder Schkopau haben wegen der Wirtschaftskrise gespart und das hat Logistikbetriebe und Zulieferer getroffen", so Bieräugel. Diese Firmen standen wegen Maut und hoher Spritpreise ohnehin unter großem Kostendruck.

In den Autowerkstätten spüre man derzeit - wie fast überall - die Auswirkungen der Abwrackprämie. "Viele Reparaturen bleiben aus und das macht natürlich den Betrieben zu schaffen."

Trotz der vergleichsweise hohen Zahl der Insolvenzen im Saalekreis, gebe es keinen Grund Alarm zu schlagen, sagt IHK-Experte Bieräugel. "Der Landkreis steht wirtschaftlich gut da."

Dass die Lage vieler Unternehmen hier dennoch nicht rosig ist, zeigen auch die Zahlen der Arbeitsagentur. Demnach haben zahlreiche Bau-Unternehmen vorsorglich saisonales Kurzarbeitergeld beantragt. Die Zahlen der Anzeigen für Kurzarbeit im Einzelhandel und im Handwerk nehmen zu. Erste Auswirkungen des Wegfalls der Abwrackprämie sind vor allem bei Auto-Werkstätten zu spüren. Der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen sowie Reparaturen sind rückläufig.

Insgesamt hat die Finanz- und Wirtschaftskrise vergleichsweise viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt in die Insolvenz getrieben. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform wird die Zahl der Firmenpleiten in diesem Jahr um 30,9 Prozent auf 1 060 ansteigen. Damit belegt das Land Sachsen-Anhalt unter den ostdeutschen Bundesländern die Spitzenposition.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ…d=1018348861894

Mittelstands Anzeiger






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