„Aufbau Ost“ muss Chefsache bleiben
Mitteldeutsche Wirtschaft im Dialog mit Bundeskanzlerin Merkel
Im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsforums zum „Aufbau Ost“ stellte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (2. v. r.) am Freitag in Halle den Fragen der regionalen Wirtschaft. Mit im Bild von links:
Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, die Präsidentin der IHK Halle-Dessau, Carola Schaar, sowie der Präsident der HWK Halle, Thomas Keindorf. Foto: S. Christmann
Halle (red). „Der Aufbau Ost
kommt voran - das Strukturmuster stimmt“ lautet die Botschaft eines Thesenpapiers, das Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vor mehr als 900 Unternehmen am Freitag in Halle (Saale) übergeben wurde. Anlässlich eines von neun Handwerks- und Industrie- und Handelskammern in Mitteldeutschland veranstalteten Vortrags- und Diskussionsforums zum „Aufbau Ost“ hielt Angela Merkel eine Rede zur ostdeutschen Wirtschaft und stellte sich den Fragen der regionalen Wirtschaft. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Das Strukturmuster unserer Unternehmen und Branchen ist erfolgsgeneigt. Neue Fundamente in Industrie und Dienstleistungen sind gegossen worden. Die überregionale Verkehrs- und Kommunikations-Infrastruktur hat der Wirtschaft Wege in alle Welt gebahnt. Die Unternehmensgrößen können sich mittlerweile national und
international messen lassen. Manche Handwerksbetriebe haben ihre Westkollegen übertroffen, sind stark national unterwegs und scheuen auch nicht vor internationalen Märkten zurück“, so die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Carola Schaar, auch im Namen der Kammerpräsidenten aus Erfurt, Gera, Halle, Leipzig und Magdeburg.
Noch „erhebliche Defizite“ sehen die Kammern beispielsweise im Fehlen der Zentralen großer Konzerne, Banken und Versicherungen, im Fehlen größerer Sponsoringbeiträge für Kultur und Sport und in der Tatsache, dass die neu aufgebauten Fakultäten in den traditionsreichen Universitäten Mitteldeutschlands noch nicht in der „ersten Liga spielen“. „Allergrößte Sorgen“ bereitet der Wirtschaft außerdem die Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen und die geringen Geburtenraten. In der sich anschließenden Diskussionsrunde mit der Bundeskanzlerin und den Präsidenten bzw. Vizepräsidenten der Handwerkskammern Erfurt und der IHKn Leipzig und Magdeburg standen u. a. Fragen zum geplanten Auslaufen des Solidarpaktes II im Jahr 2019, zu den Auswirkungen der durch die Föderalismuskommission II vereinbarten Schuldenbremse auf Ostdeutschland, einem wirtschaftsfreundlicheren Einwanderungsrecht und ob der „Aufbau Ost“ wieder zur „Chefsache“ erklärt werde.
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